Die Querflöte


QuerflöteDie Querflöte  gehört zu den ältesten Musik- und speziell Blasinstrumenten überhaupt. Sie ist nicht nur im alten Ägypten und anderen  bekannten Hochkulturen nachgewiesen, sondern ist bis heute ein beliebtes Melodieinstrument in der Musik verschiedenster Volksgruppen rund um den Erdball. Das älteste bisher ‚ausgegrabene’  Exemplar ist ca. 35.000 Jahre alt und aus dem Flügelknochen eines großen Vogels gefertigt. Damit ist die Flöte so alt wie die frühesten nachgewiesenen Trommeln – ein Beweis, dass schon zu Urzeiten munter „getrommelt und gepfiffen“ wurde. Das mag nun einfach klingen, ist es aber nicht immer: Besonders für Schüler, die schon einige Fertigkeiten im Blockflötenspiel mitbringen, ist es manchmal enttäuschend, dass man das Erlernte nicht gleich auf die Querflöte übertragen kann. Denn im Gegensatz zum Blockflötenton muss der Ton der Querflöte erst ‚gebildet’ werden. Hier wie überall gilt: Aller Anfang ist schwer. Ist diese Hürde einmal genommen, ist außer einem selbstverständlichen eigenen Ton auch eine allgemeine Stärkung von Atmung und Gesundheit die natürliche Folge.

 

Ton-„Bildung“

Ihre ursprüngliche und anhaltende Verbreitung verdankt diese Flöte wohl der Tatsache, dass ihr Ton direkt aus dem Atemstrom geschaffen wird: Die Innenkante des Mundlochs wird an die Unterlippe angelegt, der Luftstrom gegen die äußere Kante geführt, wo er sich teilt und die Luftsäule im Flötenrohr in Schwingungen versetzt. Der Ton entsteht also direkt und ohne ‚mechanische Zwischeninstanz’ wie z.B. Rohrblatt bei den übrigen Holzblasinstrumenten (Oboe, Klarinette, Fagott, Saxophon) oder Ventil bei den  sogen.  Blechblasinstrumenten (Trompete, Horn, Posaune, Tuba). Zunächst aus Materialien wie Knochen, Bambus und Holz geschnitzt, werden moderne Querflöten inzwischen fast ausschließlich aus Metall hergestellt (Neusilber, Silber oder Gold). Dennoch zählt dieser Flötentyp weiterhin zu den Holzblasinstrumenten – englisch „wind instruments“, was tatsächlich die Tonbildung verdeutlicht:

Sie entspricht dem heulenden Wind, der sich an den Mauerkanten teilt und um die Häuser „pfeift“! Nun macht vielleicht noch nicht der heulende Wind allein, sondern bekanntlich erst der Ton die Musik. Und das bedeutet trotz der verfeinerten Technik moderner Querflöten, denen der berühmte Flötenbauer Theobald Böhm (ab 1850) ihre bis heute gültige Form gab:

Die Querflöte ist ein recht übungsintensives Instrument. Durch tägliches Üben entwickeln wir die Lippenspannung, das Gefühl für den richtigen Anblaswinkel und die Blasgeschwindigkeit in den verschiedenen Tonlagen. Das Ergebnis wird dann ein ganz individueller guter Ton sein!

Das ist übrigens auch für mich als Lehrerin immer wieder spannend: Wie klingt ein Schüler oder eine Schülerin, wenn sie oder er den eigenen (guten) Ton gefunden hat?

 

Unterrichts-„Beginn“

Nächst der Trompete erfordert die Querflöte den längsten Atem. Das wusste schon J.J.Quantz, Flötenlehrer des wohl bekanntesten ‚quer flötenden’ Königs, nämlich Friedrichs des Großen.

Das bedeutet: Im Gegensatz zu Geige, Klavier u.a., liegt das Mindestalter des angehenden Flötenspielers deutlich später: Die vorderen Schneidezähne sollten bereits die ‚bleibenden’ sein, Arm- und Fingerlänge ausreichend, um das (im Vergleich zur Blockflöte) relativ schwere Instrument zu halten und die Klappen greifen zu können. Für nicht zu bremsende Frühanfänger gibt es seit einiger Zeit einen gebogenen ‚Behelfsflötenkopf’, der ausgetauscht werden kann, wenn die nötige Armlänge erreicht ist (- im Leihinstrumentarium der Musikschule vorhanden). Nicht für alle Frühanfänger ist das jedoch die optimale Lösung. Ein gutes Eintrittsalter ist 10-12 Jahre. Doch Ausnahmen (Beginn mit acht Jahren oder auch später im Erwachsenenalter!) bestätigen, wie immer, die Regel: Entscheidend sind Freude und Interesse an der Musik, am Üben und Experimentieren, ein wenig Geduld und ein gewisses Durchhaltevermögen!

 

Gruppen- und Einzelunterricht

Für die Querflöte empfiehlt sich grundsätzlich eher Einzel- als Gruppenunterricht. Zu komplex und individuell sind anfangs die Voraussetzungen und – die Intonation. Das heißt: Wenn du eine Klaviertaste anschlägst, die Seite einer Geige oder Gitarre ‚zupfst’ oder ‚streichst’, erklingt der Ton, auf den das Instrument gestimmt ist. Die Stimmung oder Tonhöhe (Intonation) der Querflöte produzieren wir weitgehend selbst, nämlich durch die Art und Weise des Anblasens: Zwei Schüler blasen zwei gleich gestimmte Querflöten an; und es ertönen zwei verschiedene Tonhöhen, die eine Reibung, einen Missklang (Dissonanz) ergeben. Das ist anfangs völlig normal und kaum zu vermeiden. Schließlich müssen wir ja überhaupt erst mal einen Ton produzieren und formen, damit er ‚schön klingt’. Ein zweiter Schritt ist, die genaue Tonhöhe zu regulieren. Das braucht Zeit, für den Einen mehr, den Anderen weniger.

Sobald dieser Anlauf  bewältigt ist, wird auch immer wieder Gelegenheit zum Zusammenspiel (Ensemblespiel) gegeben, was den Schülern dann in der Regel besonderen Spaß macht. Auch hier gilt: Je besser die individuellen Fertigkeiten, desto interessanter und vielfältiger sind die Möglichkeiten, mit anderen Instrumenten zusammen zu spielen.

 

Leihinstrumente

stehen in begrenzter Anzahl zur Verfügung und sind für ein oder zwei Semester empfehlenswert: Wer den etwas mühsamen Anfang auf diesem Instrument bewältigt hat, hört in der Regel auch nicht so schnell wieder auf – denn dann fängt das Vergnügen ja erst richtig an!

Beratung und Unterstützung (z.B. Überprüfen des Instrumentes) vor dem Kauf sind selbstverständlich auf Wunsch möglich. Ab ca. € 700.- (Stand XII / 05) bekommt man dann schon ein Instrument, an dem man bei pfleglicher Behandlung viele Jahre Freude hat.